Herren: Waiblingen – Schorndorf: Duell der Top-Starter


Fußball im Bezirk Rems-Murr: Spitzenspiel in der Bezirksliga / Bei beiden glänzen die Neuzugänge (mag).

Der dritte Spieltag in den Rems-Murr-Ligen bietet am Sonntagnachmittag einen Knaller. Mit dem FSV Waiblingen und der SG Schorndorf treffen um 16 Uhr die beiden Teams aufeinander, die in der Bezirksliga so furios gestartet sind. Dass die Waiblinger diesmal noch höher gehandelt werden als in den Jahren zuvor, liegt unter anderem an den Neuzugängen. Für die Offensive kam Filip Jaric vom Verbandsligisten SV Fellbach, für mehr Erfahrung im Mittelfeld soll Jan Demmler sorgen, der davor zehn Jahre Spielertrainer beim SSV Steinach war, und für zusätzliche Stabilität in der Defensive wurde Mattis Escherle aus Winterbach geholt. Dass sich die drei Neuzugänge schnell integrieren, davon ist FSV-Trainer Giuseppe Catizone fest ausgegangen: „Sie haben jetzt schon bewiesen, wie wichtig sie für uns sein werden. Alle drei haben auch schon getroffen.“

Torausbeute hervorragend

Jaric traf sogar dreimal. Nur Mannschaftskollege Marcel Zimmermann war noch erfolgreicher: vier Tore. Für noch mehr Flexibilität in der Offensive könnte der bisher geschonte Igor Jelic sorgen, der „diese Woche voll mit trainieren wird und daher ein Kandidat für Sonntag sein könnte“, so Catizone. Noch wichtiger als die Offensive ist die Defensive, zumindest wenn es nach dem FSV-Trainer geht: „Unsere bisherige Torausbeute ist hervorragend [Anm. d. Red.: wettbewerbsübergreifend 15 Tore in drei Spielen], aber noch schöner ist, dass wir bisher nur ein Gegentor bekommen haben.“ Schon in der zurückliegenden Saison zählte der FSV zu den besten Defensiven der Liga. Sollten die Waiblinger diesen Trend fortsetzen, kann es eigentlich nur ein Ziel geben, nämlich am Ende ganz oben zu stehen, oder? Von Aufstieg will Catizone aber nichts wissen: „An erster Stelle steht die Weiterentwicklung der Mannschaft, zumal wir ein halbes Jahr pausieren mussten.“ Zudem seien die bisherigen Spiele nur bedingt aussagekräftig gewesen. Insbesondere Hößlinswart sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Am Sonntag erwartet den FSV mit der SG Schorndorf ein anderes Kaliber: „Schorndorf hat viel Qualität im Kader. Ich sehe beide Mannschaften auf Augenhöhe. Ich denke, dass die Mannschaft gewinnt, die den Sieg mehr möchte.“

Die Neuen sind gar nicht so neu

Auf dem Papier scheint es so, als hätte es wieder einmal einen kompletten Umbruch bei der SG Schorndorf gegeben: eine lange Liste an Ab- sowie Neuzugängen. Doch der Schein trügt. SG-Trainer Zoran Cutura erklärt warum: „Valon Selimi, Denis Greco (beide zuvor TSV Schwaikheim), Dennis Lednig (TSV Schornbach) und Enrico Mosca (TV Oeffingen) haben in der Vergangenheit bereits etliche Jahre bei der SG gespielt. Das sind alles Jungs, die wir bestens kennen.“ Neben den Rückkehrern zählen allerdings auch weitere Spieler zum neuen Kader: Auron und Elton Selimi sind ihrem großen Bruder aus Schwaikheim nach Schorndorf gefolgt. Die Zwillingsbrüder haben vor der einen Saison in Schwaikheim U-19-Bundesliga-Erfahrung bei den Stuttgarter Kickers gesammelt. Aber auch die beiden seien keine Unbekannten, so Cutura: „Die standen schon im Jugendalter bei uns am Spielfeld. Es ist sensationell, dass es mit dem Transfer geklappt hat.“ Nicht minder zufrieden zeigt er sich mit zwei weiteren Neulingen, die aber tatsächlich keine SG-Vergangenheit haben: „Felix Geck (davor SSV Steinach) steigert seine Leistung von Woche zu Woche und Josua Schäfer (davor TSV Schlechtbach) stellt eine hervorragende Alternative für unser Tor dar.“ Die bisherige Bilanz gibt ihm recht: Alle vier Pflichtspiele hat die SG souverän gewonnen, dabei 21 Tore geschossen und gleichzeitig nur ein Gegentor kassiert. Beim Auswärtsspiel beim SSV Steinach (4:1-Erfolg der SG) machte Schorndorf einen sehr eingespielten Eindruck und kam ganz und gar nicht wie ein zusammengewürfelter Haufen daher: Im Mittelfeld lief der Ball oft wie an der Schnur gezogen und vorne sorgte Auron Selimi an der Seite von Altmeister Sokol Kacani für Furore. In der Folgewoche legten sie ein weiteres Beweisstück nach und bezwangen zu Hause den TSV Sulzbach-Laufen mit 6:0.

Für die SG ist der FSV der Topfavorit

Cutura ist fürs Erste zufrieden: „Nach zwei turbulenten Saisons hat sich die Kaderzusammenstellung super gestaltet, wir hatten eine gelungene Vorbereitung sowie einen zufriedenstellenden Saisonstart.“ Als einen der Mitfavoriten auf den Titel sieht er seine Mannschaft aber noch nicht: „Wir wollen sicherlich in eine andere Tabellenregion als in den letzten beiden Spielzeiten. Der Topfavorit ist aus meiner Sicht aber der FSV Waiblingen: Er hat einen tollen Trainer, war in der letzten Saison schon gut und hat sich jetzt noch einmal punktuell verstärkt.“ Dennoch hofft er, die Waiblinger am Sonntag ärgern zu können. Alle Spiele in den Rems-Murr-Ligen unter Sporttermine. Die Spiele des TV Weiler gegen den Großen Alexander Backnang sind abgesetzt worden. Grund allerdings ist nicht Corona, sondern ein Todesfall bei den Backnangern. Auron Selimi (hier noch im Dress des TSV Schwaikheim) hat für Schorndorf schon viermal getroffen – genauso oft aber auch Marcel Zimmermann für den FSV Waiblingen.

Foto: Steinemann

Quelle: Schorndorfer Nachrichten (ZVW) - 11.9.2020